Sozialengagement beim Kaffeegenuss

28.07.2013

Ein Tag ohne Kaffee ist für viele undenkbar. Ob im Arbeitsleben, in der Freizeit, bei einem Besuch von Freunden oder in einem gemütlichen Café, ob als Cappuccino, Espresso, Milchkaffee oder Eiskaffee – das Bohnengetränk erfreut sich größter Beliebtheit.

Wenn dabei fair gehandelter Kaffee zum Ausschank kommt, profitieren von der Liebe zum Kaffee auch noch andere. „Der Verbrauch von etwa 600 Kilogramm Kaffee im Jahr entspricht in etwa der Ernte von zwei Kleinbauernfamilien, die knapp einen Hektar Land für den Kaffeeanbau zur Verfügung haben“, sagt Thomas Hoyer, Vorstand der Fairhandelsgesellschaft dwp eG. Es gebe regionale Unternehmen, die in dieser Größenordnung fairen Kaffee beziehen. Sie unterstützten damit jedes Jahr die Existenz von zwei Kleinbauernfamilien, so Hoyer. Der Erlös aus dem Verkauf von Kaffee aus fairem Handel ermögliche Mehrpreiszahlungen an die Kaffeebauern.

Neben Mindestpreiszahlungen für Kaffee könnten damit auch Zahlungen von Aufschlägen für den Bio-Anbau, für die Finanzierung von Sozialprojekten und für die Genossenschaft selbst geleistet werden.  Rund 50.000 Kleinbauernfamilien in 60 Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika leben von der fairen Zusammenarbeit mit der Ravensburger Fairhandelsgenossenschaft.

Viele Städte und Kommunen, die Hotellerie und Gastronomie, aber auch Einrichtungen und Wirtschaftsunternehmen haben die Wichtigkeit des fairen Handels erkannt und nehmen ihre soziale Verantwortung ernst. Bei Sitzungen der Stadt Ravensburg beispielsweise wird seit langem fairer Kaffee ausgeschenkt. Und auch das Lehrerkollegium an der Edith-Stein-Schule trinkt  fair gehandelten Kaffee.

Schon seit 2001 gehören die Technischen Werke Schussental (TWS) zu den treuen Großabnehmern von fair gehandeltem Kaffee. „Als Unternehmen, dessen nachhaltige und ökologische Ausrichtung in den Unternehmenszielen festgelegt ist, achten wir generell auf fair gehandelte Waren oder auch auf kurze Wege, um die Region zu stärken“, sagt Brigitte Schäfer, TWS-Öffentlichkeitsarbeit und Marketing. So beauftrage die TWS, wo immer es möglich sei, Dienstleister und Handwerker aus der Region. „Dennoch haben wir uns für fairen Kaffee entschieden, weil wir uns auch für die Arbeitsbedingungen der Kaffeepflücker und Bauern in Ecuador und anderen Ländern interessieren“, so Brigitte Schäfer.

Fair gehandelter Kaffee wird seit drei Jahren auch bei der Pauline-Arkade 13 gGmbH getrunken. „Wir haben uns Gedanken darüber gemacht, wie sich soziale Verantwortung zusätzlich zur sozialen Arbeit in der Gesellschaft integrieren lässt und uns für fair gehandelten Kaffee entschieden“, berichtet Julia Scheef, Projekt carpo der Arkade-Pauline 13. Rund 40 Kilogramm bezieht die Einrichtung jedes Jahr. Das Kaffeeprojekt sei im Team bis zur Umsetzung mit allen Vor- und Nachteilen offen diskutiert worden, so Julia Scheef. „Die Unterstützung seitens der Kollegenschaft ist durchweg positiv.“ Ansonsten spiele für die Arkade-Pauline 13 vor allem die Suche nach „fairen Arbeits- oder Praktikumsplätzen“ für Menschen mit Handicap eine wichtige Rolle. Da passe der fair gehandelte Kaffee sehr gut dazu.

 

Unterstützt durch:
                                                           
                                                  

x